Für viele ein Tabu - der Enddarm
Der Enddarm, das sind die letzten 16 Zentimeter unseres Verdauungssystems inklusive After. Für dessen Abdichtung nach außen sorgt vor allem ein System aus Schließmuskeln und Hämorrhoidalpolstern. Wird dieses System in seiner Wirkungsweise grundlegend gestört, kommt es zu den eingangs beschriebenen unangenehmen Erscheinungen. Die Funktionsfähigkeit dieses Schließmuskelsystems ist eng mit dem Zustand des Beckenbodens verbunden, den die meisten Menschen ausschließlich mit der Gynäkologie in Verbindung bringen. Dabei besitzt jeder Mensch einen Beckenboden.
Hämorrhoiden, Stuhlinkontinenz?
Die Stuhlinkontinenz kann unterschiedliche Ursachen haben. Hier sind nur jene genannt, welche auf mechanischen Störungen bzw. einer Gewebeschwäche des Enddarms beruhen.
Übrigens, wenn Winde ungewollt aus dem Darm entweichen, sprechen die Mediziner bereits von einer Stuhlinkontinenz Grad I.
Oft beginnt es mit einem Hämorrhoidalleiden: Erst hat Mann oder Frau ab und zu mal eine "Hämorrhoide". Mit oder ohne Salbe bildet sie sich häufig ohne Probleme zurück. Später (und das kann Jahre dauern) tritt die Hämorrhoide öfter in Erscheinung und verursacht gelegentlich Schmerzen oder Blutungen beim Stuhlgang.
Am Ende diese Entwicklung muß der/die Betroffene die Hämorrhoide selbst in den Analkanal "zurückstecken", denn sie ist vorgefallen.Häufig ist, vollkommen unbemerkt, bereits mehr als nur das Hämorrhoidalgewebe betroffen. Das tatsächliche Ausmaß der Erkrankung wird nur durch eine proktologische Untersuchung sichtbar. Ab und an ist nun die Unterhose am Abend nicht mehr ganz sauber. Letztendlich funktioniert das "Zurückstecken" nicht mehr. Wir gehen davon aus, dass an diesem Punkt die gesamte Funktion des Schließmuskelsystems derart beeinträchtigt ist, das kleinere Mengen an Stuhl nicht mehr gehalten werden können.
Aber niemand ist diesen Entwicklungen hilflos ausgeliefert.


| Vorgefallene Hämorrhoiden und in Mitleidenschaft gezogene Analschleimhaut (Mucosprolaps) verkürzen den Analkanal = Stuhlinkontinenz. |